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28. August 1941 - Beginn der Vertreibung der "Wolgadeutschen":

Unter der Behauptung, "Tausende und aber Tausende Diversanten und Spione, die nach den aus Deutschland gegebenen Signalen Explosionen in den von Wolgadeutschen besiedelten Rayons hervorrufen sollen, befänden sich im Wolgagebiet und kein Deutscher habe sowjetische Behörden davon in Kenntnis gesetzt“, ergeht ein "Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets" der UdSSR: "Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen". (Vgl.: "Nachrichten. Organ des Gebietskomitees der KPdSU (B) und des Obersten Sowjets" der "Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen" vom 30.08.1941, S. 1!).

Daraufhin wird die gesamte wolgadeutsche Bevölkerung aus ihrer Heimat ver­trieben und auf verschiedenste Gebiete in der Sowjetunion verteilt (u.a. Omsk, Altai, Nowosibirsk, Kasachstan).

Obwohl für die o.g. Behauptungen keine Beweise erbracht werden können und dies angesichts der Geschichte der Wolgadeutschen - im Bürgerkrieg nach der Oktoberrevolution von 1917 kämpften wolgadeutsche Regimenter auf der Seite der Roten Armee - auch nicht zu erwarten ist, verlieren die Wolgadeutschen nicht nur ihre Heimat, sondern auch ihre Rechte: Sie werden Zwangsarbeiter in der sowjetischen "Arbeitsarmee", eigene Schulen werden ihnen verboten, die Männer werden vom Wehrdienst ausgeschlossen.

(Trotzdem kämpfen Wolgadeutsche, die ihre Nationalität verheimlichen können, im Zweiten Weltkrieg in den sowjetischen Streitkräften. Mindestens zehn von ihnen erhalten die höchste sowjetische Auszeichnung für Tapferkeit, den Orden "Held der Sowjetunion. - Vgl.: "Sputnik", Sonderheft 1988/89, S. 174 ff.!) Ein ähnliches Schicksal, wie die Wolgadeutschen, erleiden in dieser Zeit auch andere zur UdSSR gehörende Nationen, wie z.B. Tschetschenen, Inguschen, Kalmyken, Krimtataren und Angehörige der baltischen Völker. Davon betroffen sind ebenfalls auf sowjetischem Gebiet lebende Finnen.